Der Compoundbogen
Die Szene spielt auf einer weiten Ebene in Mesopotamien vor 4.500 Jahren. Eine Gruppe Bogenschützen, mit hölzernen - selbst gemachten Bögen, gekleidet in selbst gemachte Kleidern aus Ziegenwolle, starren auf ein neues Stammesmitglied. Sie sind erstaunt und wütend. Denn sein Pfeil steckt viel weiter weg im "Flight field" als ihre eigenen. Geschossen wurde der Pfeil mit einem seltsam aussehenden Bogen mit abgewinkelten Wurfarmen.
Sie wisperten untereinander:
"Glaubst Du das er ein Zauberer ist?" "In dem Bogen muss ein Dämon wohnen!" "Ich habe gehört wie er dem Häuptling gesagt hat, dass in dem Bogen auch Horn von einem Steinbock und Sehne von einem Bullen verarbeitet ist." "Nun, ich denke sein Bogen, wenn man es überhaupt einen Bogen nennen kann, ist furchtbar - eine hässliche Monstrosität, - aber was kann man schon anderes erwarten, von einem Sumerer!"
Wie faszinierend wäre es, wenn wir eine Zeitmaschine hätten und solche Episoden in der Geschichte des Bogens selbst beobachten könnten. Zu sehen, während die Jahre und Jahrzehnte vorbei gleiten, dass nach anfänglichem Widerstand, diese "Hässliche Monstrosität" akzeptiert wurde. Effektiv bei der Jagd, tödlich im Krieg, inzwischen vielleicht sogar als schön bezeichnet. Verziert und stolz signiert von seinem "Erbauer" - dessen "Werbung" vielleicht damals lautete: "Wird vom Sultan selbst benutzt."
Aber, Moment!
Setzen wir "Compound für "Komposit" und "Amerikaner" für "Sumerer" ein und schon haben einige von uns, auch in den letzten 20 Jahren, Kommentare von der Art gehört, wie wir sie uns in der weit zurück liegenden Vergangenheit vorgestellt haben.
Im Dezember 2009 wird er 40 Jahre jung. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie lange der Mensch schon mit Pfeil und Bogen umgeht. 1967, nach 6 jähriger Entwicklung in der Garage (wie immer in den USA), wurde der erste 'Compoundbogen' von seinem Erfinder, der Öffentlichkeit vorgestellt. Neu geborene Babies sehen immer etwas seltsam aus, außer für ihre Mütter.
Bogenschützen haben eigentlich immer darauf geachtet die Tradition zu wahren und waren allen Neuerungen gegenüber sehr misstrauisch. Nichts sollte die Natur ihres uralten Sportes ändern. In den späten 40igern und besonders Anfang der 60iger waren die Amerikaner versessen auf technische Neuigkeiten. Aber "neue" Recurvebögen aus Kompositmaterial, Holz UND Fiberglas, wurden sehr misstrauisch beäugt. 
Besonders von dem berühmten Bogenschützen "Howard Hill"! Howard war sehr stark, sehr muskulös und hatte einen exzellenten Schießstil. Obwohl einige andere Schützen ebenso stark waren wie er und trotz der modernen Recurvebögen bedauerten doch viele Schützen, dass ein Pfeil mit einer schweren Jagdspitze nicht genug Geschwindigkeit hatte um auf der Jagd ein misstrauisches Reh (Whitetail) zu treffen. In den 60igern mehrten sich die Beschwerden der Jäger, dass ein Reh so schnell reagieren könne, dass es nicht mal auf 20 Metern sicher sei, dass das Reh sauber getroffen würde. Das "twäng" der Sehne reichte aus und der Schuss ging fehl. Oder schlimmer, verwundete das Tier nur.
Wenn die Notwendigleit besteht und die Technologie vorhanden ist (man sieht es deutlich an der Erfindung des Automobils), kommt es ab und zu vor, dass mehrere Personen unabhängig von einander, eine Maschine oder Waffe erfinden. So war es in den USA in den frühen 60igern. Es war gerade unglaublich populär mit dem Bogen zu jagen. Bei dieser großen Anzahl von Bogenjägern, unter ihnen viele Ingenieure, war es unvermeidlich, dass einige von ihnen rum tüfftelten um die Effizienz der Bögen zu verbessern.Ein solcher war "Hollis Wilbur Allen", ein begeisterter Bogenjäger und auch sehr fähiger Mechaniker. In 1961 stellte die "Hoyt Archery Company" den PRO MEDALIST vor. Der erste Bogen mit einem Stabilisationssystem! Allen war begeistert.
Und vielleicht gerade davon angeregt, hatte er eine Idee: Was wäre, wenn man Rollen an den Wurfarmenden befestigte um einen Flaschenzugeffekt zu erreichen? Indem er Wurfarme von einem Recurve absägte und Rollen anbaute mit zentraler Achse, baute er seinen ersten experimentellen Bogen. Leider war die Auszugslänge sehr kurz, bedingt durch die abgesägten Wurfarme. Trotzdem, in den nächsten 4 Jahren experimentierte er weiter und baute auch schon ovale Cams und auch schon Cams, die unseren heutigen Modellen sehr ähnlich sehen.
Ebenso nahm er runde Rollen und setzte die Achsen AUSSERHALB des Zentrums. Die EXCENTRICS! waren geboren.
Er entdeckte, dass die Auszugslänge passte, wenn er die Sehne doppelt laufen ließ. Darüber hinaus gab es einen erstaunlichen Bonus! Das maximale Zuggewicht wurde erreicht, auf HALBEM Wege zum Vollauszug. Noch erstaunter war er, als er fühlte, dass er erheblich weniger Kraft brauchte um den Bogen im Vollauszug zu halten. Das alleine war schon recht spannend, aber mehr noch die Fähigkeit dieses Bogens einen Pfeil zu beschleunigen.
Von Januar bis Juni 1966 verfeinerte er das Model und beantragte das U.S. Patent. Der Antrag wurde akzeptiert und schließlich wurde das Patent im Dezember 1969 erteilt. Viele andere Schützen hatten mit diversen Entwürfen experimentiert aber offensichtlich mit weit weniger Erfolg. Das Patent wurde erteilt für einen "Bogen mit Zugkraft verstärkendem Zubehör".
Es muss erwähnt werden, dass auf den beiden Seiten mit den Zeichnungen ein Bogen zu sehen war, der zum ersten Mal Wurfarme hatte, die mit verstellbaren Schrauben am Mittelteil befestigt waren. Die Wurfarme waren ungewöhnlich dick und hatten an den Enden V-förmige Ausschnitte. Was war nun das "Zubehör"?
Zwei Alternativen waren auf den Zeichnungen zu sehen: Auf der ersten Seite der Zeichnungen, waren zwei "Cams" zu sehen, die an den Enden der Wurfarme in den V-förmigen Ausschnitten befestigt waren. Auf der zweiten Seite waren die Cams an jeder Position des Auszuges zu sehen. Ebenfalls auf der zweiten Seite zu sehen, runde Rollen, die exzentrisch angebracht waren als Alternative zu den Cams. Die Sehne lief um das Cam oder die Rolle und war an der gegenüber liegenden Achse der Rolle befestigt. So war die Sehne dreimal so lang wie gewöhnlich.
Sehr wenige Innovationen werden direkt mit Begeisterung aufgenommen. Am Anfang schien es so, als wären die Jahre, die Wilbur Allen investiert hatte, verschwendet. Als er einen Hersteller für seinen Bogen suchte, war niemand interessiert. So entschloss er sich, den Bogen selber zu bauen. Die runden Rollen erwiesen sich als stabiler als die Cams und so wurden sie gewählt für die erste Serie. Aber die sich kreuzenden Sehnen oder Kabel waren zu weit in der Mitte und die Pfeile schlugen regelmäßig an.
Mitte 1967 wurden zwei "Idler wheels" kleine runde Rollen in der Mitte der Wurfarme angebracht. Diese Rollen lenkten die Kabel ein wenig aus der Mittellinie des Bogens und schützte die Pfeile vor weiteren Kollisionen.
Zuerst gab es ein paar Leute, die scharfsinnig genug waren, das Potential des Bogens zu erkenne, aber tatsächlich wollte niemand so ein Ding haben.
"Hässlich", "mechanisch" oder "Monstrosität" waren ein paar der Worte mit denen der Bogen bedacht wurde.
Trotzdem, es war ein Bogen, der geladen, gezogen und gelöst wurde wie jeder andere Bogen. Nur, er war eben hässlich!
Verschiedene Staatsgesetze in den USA verboten "Mechanische Geräte" für die Jagd und auch die Bogensport Verbände schlossen dieses Teil aus für FITA oder Feld schießen.
Trotzdem, Willbur Allen schickte ein Muster an "Tom Jennings". Der war damals technischer Redakteur der Zeitschrift:
"Archery World Magazine" und eben auch Bogenjäger. Jennings testete den Bogen mit einer Schießmaschine um den "menschlichen Faktor" auszuschließen und veröffentlichte den Bericht in der Mai Ausgabe von "Archery World". Mit dem Titel des Berichtes erfand er den Namen unter dem der Bogen bald weltweit bekannt werden sollte:
BOW WITH COMPOUND INTEREST
Zusammengefasst die Resultate des Tests:
Allens Behauptungen:
50% mehr Pfeilgeschwindigleit,
im Vollauszug 15% Let-off,
es könne 10% leichtere Pfeile benutzt werden.
Jennings Ergebnis:
Der Bogen ist stabiler als ein normaler Recurve,
der Bogen kann mit viel leichteren Pfeilen umgehen als ein Recurve.
Der Bogen bekam seine "Taufe" als Jennings 100 Schützen erlaubte, ihn auf einem Parcours zu testen. Jeder einzelne Schütze war vom Speed und der Performance des "Compound" Bogens beeindruckt!
Die Folge daraus war, Jennings kaufte eine Lizenz, stoppte seine Produktion von Recurves und konzentrierte sich darauf Compound Bögen zu bauen. Nachträgliche Ereignisse gaben ihm recht, aber das war Jahre bevor der BANN der Jagdbehörden aufgehoben und die Sport-Verbände die Erlaubnis erteilten. Beide, Allen und Jennings arbeiteten hart daran.
Zwischenzeitlich gingen die Compound Besitzer zu "Flight" Wettkämpfen, wurden in die Abteilung "Jagdbogen" einsortiert und gewannen regelmäßig. Um einen JAGD-Pfeil zu beschleunigen, reichte kein anderer Bogen an ihn heran!
Im Herbst 1967 brachte Jennings einen 65 lbs. Bogen und in der JAGD-Bogen Abteilung der Flight Wettkämpfe fielen die Rekorde! In den Bogensport Magazinen kamen die ersten Anzeigen: "Du willst 50% mehr Speed? Super Genauigkeit? Und geringeres Haltegewicht im Vollauszug?" (Allen, im "Bow and arrow", 1968)
"Der JENNINGS Compound ist das erste, wirklich neue Konzept in 2000 Jahren!" "Archery World, Mai 1969. Das war ein wenig unfair, denn das war nur ein Nachbau von Allens Compound.)
In 1970 gab es, abgesehen von Jennings, nur 2 Hersteller, die mit einer Lizenz die Bögen von Allen nach bauten. Aber im Februar dieses Jahres wurden die Bögen für FELD-Schießen und Bogenjäger Wettbewerbe (Vorläufer des 3-D) für LEGAL erklärt! 1974 konkurrierten schon 8 Firmen auf dem rasant wachsenden Compound Markt. Bogenjäger in den ganzen USA hatten endlich begriffen, es gab da einen Bogen mit 70 lbs, den man bequem im Vollauszug bei 40 lbs. halten kannte. Endlich konnten auch Schützen, die nicht so stark waren einen Schweren Jagdpfeil so schnell schießen, dass das Wild auch getroffen wurde.
(Es sollte erwähnt werden, dass die Mehrheit der Bogenschützen in Europa die Bogenjagd mit Widerwillen sieht. Ganz davon abgesehen, dass sie in den meisten Ländern illegal ist.)
Dies obwohl es folgende Zahlen gibt: 1975 wurde eine Untersuchung in Pennsylvania veröffentlicht, nach denen zwar 25% aller Jäger mit dem Bogen jagen aber nur 3% des Wildes schießen, dass Gewehr-Jäger schießen. Aufgrund dieser Zahlen wurden die Reviere aufgeteilt. Für Bogen-Jäger und Gewehr-Jäger. Als Fußnote dazu: In 1988 wurde in Verbindung der staatlichen Behörden und der Allen Familie ein riesiges Gelände nur für Bogenjäger frei gegeben.
In 1976 war der Bogen in allen Staaten, außer Georgia, zugelassen und es gab 18 Firmen, die 39 verschiedene Modelle herstellten. Diese Modelle konnten in 3 Gruppen eingeteilt werden:
1. Achse zu Achse Kabelsystem mit zwei Rollen
2. Wurfarm zu Mittelteil Kabelsystem mit 4 oder 6 Rollen.
3. Der "Kam-Act" von MARTIN

Dieser Bogen wurde 1974 eingeführt und mit einer ganz neuen Patentschrift, von der
MARTIN Archery Co., angemeldet. Nach (wird gesagt) 12 Jahren Entwicklung ein sehr schwerer, bogenförmiger Rahmen, vollständig aus Metall, mit Cams am Ende um welche die Sehne lief. Im rechten Winkel zu zwei mächtigen, laminierten Holz-Wurfarmen. Dieses hässlich aussehende Ding war schwer. Fast 4 Kg. Es glich mehr einer "Belagerungsmaschine" als einem Bogen und hat wohl auch deshalb die "Evolution" nicht überlebt.
1977 erschien ein noch ungewöhnlicher aussehnder Bogen auf dem amerikanischen Markt. John Graham II. gründete 1969 die Firma "Grahams Custom Bows". Er kaufte sich eine Lizenz von Allen und produzierte ab 1972 nur noch Compounds. Im Jahre 1972 zeigte Len Subber ihm eine Gerät, das er "Zip-Bow" nannte.Nun, ein wenig später kam Subber mit einem heftig modifiziertem Design.Ein oberer Recurve Wurfarm aus Fiberglas und Holz mit zwei Nocken um zwei Sehnen zu befestigen. Diese beiden Sehnen liefen runter zu einem schweren Mittelteil.
Und damit hörte jede Ähnlichkeit mit einem damals bekannten Bogen auf. Am unteren Teil des Mittelteils waren zwei massive Metalplatten angeschraubt, die ca. 2/3 der Länge des oberen Wurfarmes hatten. Zwischen den Enden der Metallplatten war eine Achse für ZWEI Cams um welche die Sehnen liefen und befestigt waren.
Der Bogen erhielt den Namen "Dynabo" und sein Wurf und seine Performance waren exzellent! Zum ersten mal konnte der Schütze das Let-Off zwischen 20% und 50% verstellen! Die Schützen hatten sich schnell an seinen sensationellen Auszug gewöhnt und freundeten sich auch mit seinem aussergewöhnlichen Aussehen an. Eine Erscheinung, die verschwommen an einen knieenden Mann erinnerte.
Der "Erste Single Cam Bogen" der Geschichte!
Die Toleranz der Schützen wurden von den "Offiziellen" nicht geteilt und sofort wurde der Bogen verboten. Er hatte nur "einen arbeitenden Wurfarm" und war deshalb kein "Bogen"! Dieses Verbot wurde aufgehoben, als man unten einen "Wurfarm" anbrachte, der auch massiv und schwer war, aber eine Biegung von 1 Grad aufwies.
(Graham verkaufte seine Allen Lizenz 1981 und produzierte nur noch den Dynabo. Dieser war in drei verschiedenen Modellen bis weit in die 80iger populär.)
Der "Archers Digest" von 1977 listet mehr als 100 verschiedene Compound Modelle auf, aber weit weniger als 50 Recurves. Nach nur 8 Jahren Produktion hatte der Compound 2/3 des Marktes erobert. Ein bemerkenswertes Phänomen!
Parallel mit der Entwicklung des Compound, kam die Entwicklund der verschiedenen Zubehörteile. Die verschiedensten Releases mit einer verwirrenden
Zahl verschiedener "Haken".
Da dies alles nicht reichte um ein perfektes Lösen zu erreichen, da der Pfeil immer noch von den verschiedensten Pfeilauflagen "gestört" wurde, kam etwas revolutionäres auf den Markt. Der einstellbare "Cushion Plunger"! In Deutschland besser bekannt als "Berger Button"!
In den 80igern angekommen, gab es immer noch 3 verschiedene Typen von Bogen:
1. Achse zu Achse Kabelsystem mit zwei Rollen
2. Wurfarm zu Mittelteil Kabelsystem mit 4 oder 6 Rollen.
3. Der "Dynabo"
Der Dynabo hatte den Kam-Act von der Szene verdrängt aber Anfang der 90iger verschwand auch er aus den Magazinen.
Im Jahre 1988, sahen fast alle Compoundbögen gleich aus. Interessanterweise, glichen sie alle fast bis aufs Haar, dem Original-Patent von ALLEN. Einige hatten Cams, einige Rollen. Aber es gab nach wie vor 2 große Probleme. Die Cams oder Rollen wurden immer schmaler, um das immer wieder kehrende Problem der Wurfarm Verdrehung zu beseitigen; schmalere Cams oder Rollen bringen aber die Sehne (und damit auch den Pfeil) näher an die Kabel. Unvermeidlich, die Pfeile berührten die Kabel. Ein oder zwei Hersteller verbreiterten die Rollen. Alle Anderen brachten "Cable Guards", Kabel-Abweiser an ihre Bögen. Die schoben die Kabel aus dem Center und die Pfeile hatten wieder freie Flugbahn. Dieser häßliche Zusatz verunstaltete nun jeden Bogen auf dem Markt.
Bei Compoundbögen mit einem Cam oder rundem Excentric an jedem Wurfarm, sind sehr feine Einstellungen bei der Kabellänge zu machen. Ebenso an den Schrauben, die die Wurfarme mit dem Mittelteil verbinden und das Zuggewicht regulieren. Zangen, Schraubendreher, Inbusschlüssel, usw. werden gebraucht. Der Bogen muss so "getuned" werden, dass beide Wurfarmspitzen beim lösen präzise den gleichen Weg gehen. In den vergangenen 40 Jahren hat es viel Verwirrungen, Aufwand und harte Arbeit gegeben um das Compound "Problem" zu lösen.
Die Römer hatten vor 2.000 Jahren ein ähnliches Problem. Sie mussten die Wurfarme ihrer Pfeil-Katapulte synchronisieren. Ihre Lösung war recht einfach: Vitruvius schrieb 25 v.C., die Schützen der Katapulte mussten ein musikalisches Gehör haben. Sie regulierten die Spannung in den Wurfarmen so, bis beide den gleichen TON abgaben. Nun, das war schon TUNING!
Viele häßliche und überflüssige Designs kamen in den letzten 40 Jahren auf den Markt und verschwanden auch wieder.
In 1982 kam etwas auf den Markt, das die Evolution überlebt hat. Der Erfinder war John Islas!. Das Aussehen des Bogens war und ist bizarr und seine Bewegungen grotesk. Zieht man den Bogen, sieht es aus, als würden seine Wurfarme auseinander brechen. Doch zum Erstaunen des Schützen, ein sauberer und Rückschlag freier Schuss. Geboren war der ONEIDA Eagle.
Für "normale" Compounds beanspruchte Tom Jennings, der zuerst das Potential von Compounds 1967 entdeckt hatte, das Tuning Problem gelöst zu haben. Mit einem "One Cam" Bogen. Ein Bogen der kein timing braucht, behauptete die Werbung für Jennings`
"Uni Force". Es war tatsächlich ein Matt McPherson der diese Art Single Cam erfand und die Patent Rechte wurden von Bear Archery gekauft. Wie kam nun Tom Jennings ins Spiel?
Durch eine Laune das Schicksals gab es 1983 eine ziemliche Schlammschlacht zwischen Jennings und der Allen Corporation. In deren Verlauf wurde Jennings Archery von Bear Archery übernommen. Schlauerweise übernahmen sie auch Tom Jennings als Entwickler. Jennings "Unistar" war der erste Versuch das Problem der Synchronisation zu lösen. Die beiden Cams wurden Rücken an Rücken zusammen gesetzt und eben unterhalb der Mitte des Mittelteils positioniert. An den Wurfarmspitzen saßen nur runde zentrische Räder (idler wheels).
In 1994 hatte der Uniforce ein Cam am unteren Wurfarm und ein idler wheel am Oberen. Ein System bei dem die Sehne aus einem neuen, nicht dehnendem Material bestand. Kein Kabel. Nur ein Kabelabweiser war nötig um die rücklaufende Sehne aus dem Weg zu nehmen. Wir erinnern uns, auch der DYNABO hatte ein Cam und später ein Idler Wheel am oberen Wurfarm.
Und so läuft die Entwicklung weiter und weiter. Heute sind wir wieder im Bereich der zwei Cams angekommen, die aber heute mit einander verbunden sind und nicht an den Wurfarmen aufgehängt. Das BINARIE Cams sind da.
Geschichte ist nicht nur zum erinnern da, wir Bogenschützen handeln und leben unsere Vergangenheit im Heute!


