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Ich habe mich wirklich auf diesen Bogen gefreut. Schon auf der Webseite von ALPINE fand ich ihn sehr attraktiv! Er ist da, ich habe ihn geschossen und er hinterlässt ein Lächeln auf meinem Gesicht. Allerdings ist meiner Ansicht nach der Name "Silverado" falsch gewählt. Er sollte eigentlich "POLARIS" heißen. Ich weiß, das ist ein Kalauer, aber lange Zeit hat kein Bogen so die Schützen "polarisiert", wie dieser ALPINE Silverado. Entweder finden die Schützen ihn hässlich oder schön. Ich finde ihn sehr schön und interessant!
Aber mal von vorn.
Die Firma "Alpine Archery" ist ja in Deutschland nicht so bekannt. Trotzdem ist diese kleine, aber feine Bogenschmiede eine der Innovativsten in der Bogenindustrie. Wer weiß schon, dass es die Firma Alpine war, die den ersten Bogen mit gefrästem Aluminium-Mittelteil auf dem Markt brachte. Heute ist das eine Selbstverständlichkeit, aber 1988, als noch die gegossenen Magnesium-Mittelteile das Maß der Dinge war, war das eine Sensation! 1992 war es wiederum ALPINE, die den ersten, speziell für Frauen kreierten Bogen entwickelten. 1997 die ersten Bögen mit speziell gedämpfen Wurfarmtaschen und letztlich kam Alpine in 2005 mit dem ersten modularen Mittelteil. Nicht mehr aus einem Teil gefräst, sondern aus sechs Teilen zusammen gesetzt. Auch diese Neuerung wird inzwischen von vielen Firmen "nachgemacht". Doch dazu später mehr.
Wie gesagt, ich war schon lange neugierig auf diesen Bogen und per Zufall bot mir der Deutschland-Importeur einen SILVERADO zum Test an. Da er mit seinen 31" Achsabstand ein reiner Jagd- und 3-D Bogen ist, wollte ich ihn, und bekam ihn auch, mit 70# und meiner 27,5" Auszugslänge.
Bevor jemand erschrickt, natürlich gibt es den Bogen auch in 60# und auch in Target-Farben.
Vor einer Woche kam er nun. Direkt aus dem Karton sieht er, für meine Begriffe, noch VIEL besser aus, als auf den Bildern. Die Verbindung der kupferfarbenen Griffsektion, der Wurfarmtaschen und der Cams, mit dem Camo in Realtree APG, sieht sehr edel aus.
Doch gehen wir der Reihe nach vor:
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Mittelteil
Hier liegt wohl der größte Unterschied zu allen Bögen, die sonst so auf dem Markt sind. Das Mittelteil ist nicht aus einem Stück gefräst, sondern aus 6 einzelnen, sehr präzise gefrästen Teilen.
Die Verbindung der Teile passiert über gehärtete Stahlbolzen. Hat dieses System, außer der offensichtlichen Materialeinsparung für den Hersteller, auch Vorteile für den Schützen? Allerdings! Diese modulare Bauweise erweist sich als Vibrationsbrecher. Nimmt man ein langes, einteiliges Mittelteil, hängt es frei auf und kopft mit einem Gegenstand dagegen, schwingt das Mittelteil.
Und schwingt und schwing und..... Diesen Versuch mit einem modularen Mittelteil, entlockt dem Riser nur ein leises "Klack" und mehr nicht. Da schwingt nichts mehr. Natürlich schwingt jedes der kleinen Teile für sich,aber nur so kurz, dass es für den Menschen nicht merkbar ist.
An den Stellen, an denen das Mittelteil zusammen gefügt ist, wird die Schwingung gebrochen und verhält sich wie eine Glocke mit einem Sprung. Die schwingt auch nicht mehr sondern gibt nur noch einen kurzen, knackigen Ton von sich.
Eingebaut ins Mittelteil sind weitere Dämpfungselemente. Ein Großes unterhalb der Griffsektion und jeweils eines am Ende des Mittelteils zwischen den Wurfarmen.
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Wurfarmtaschen
Auch hier heißt bei Alpine die Devise, nicht kleckern sondern klotzen. Das VX System ist innen mit Nylon-Blöcken bestückt. Diese werden durch die beiden äußeren Schrauben, die auch durchs Mittelteil laufen, so zusammen gepresst, dass es absolut NULL Spiel für die Wurfarme gibt. Da ist keinerlei Bewegung! Diese Schrauben müssen erst etwas gelockert werden, bevor man über die Wurfarmschrauben das Zuggewicht verändern kann.
Wurfarme
Haus eignene Bi-Flex composite Limbs. Ein Split-Limb System aus drei laminierten Schichten.
Sehne und Kabel
Das OEM System des Silverado liegt leider nur im Mittelfeld. Verbaut ist D75 von Brownell. Hier geht man ganz klar auf Langlebigkeit für den Jäger.
Das Material ist eher unempfindlich gegen physische Einwirkungen. Ich hätte mir an der Stelle VaporTrail oder WhinnersChoice gewünscht, aber ich denke, wer mit dem Bogen 3-D schießen will, wird das System eh austauschen. Allerdings gibt es zu dem System mehr zu sagen, abseits des verwendeten Materials. Das bringt uns zu den
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Cams
Wir haben es hier mit einem Binary System zu tun. Seit aber eine große Bogenschmiede sich den Begriff "Binary" hat schützen lassen, darf es eben so nicht mehr heißen. ALPINE nennt es: Hybrid 2 cam! Was ist daran nun neu? Nun, man hat sich bei ALPINE Gedanken gemacht zum Thema "Cam lean". Heißt, im Normalfall werden die Cams im Vollauszug in Richtung Kabelabweiser gezogen. Das wird bei Dual Cams dadurch ausgeglichen, dass man die Yoke Kabel auf der anderen Seite etwas eindreht. Bei einem Binary System und beim Cam.5 System ist das schwierig zu lösen. Es gibt keine oder nur ein Yoke Kabel. Alpine hat nun die Buskabel geteilt und direkt rechts UND links NEBEN die Sehnentracks eingehängt. Cam lean ist dadurch erheblich reduziert und kaum noch wahrnehmbar. Tolle Sache! Die Wand des Bogens ist sehr hart! Am unteren Cam läuft das Buskabel in ein sehr langes track ein und am oberen Cam ist ein aktiver Draw Stop so angebracht, dass er sehr tief am Kabel anschlägt. Auszuglängen werden über Module in 1/2 Zoll Schritten eingestellt. |
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Ja, und eine Sache, die ich mir schon lange an anderen Bögen gewünscht hätte: Kabel- UND Sehnenwechsel ist OHNE Bogenpresse möglich! Erreicht wird dies durch zwei kleine, runde Carbonstäbe. Diese werden mit geliefert. Zieht man die Sehne leicht nach außen und steckt diese Carbonstäbe durch die Cams AUSSERHALB der Wurfarme, entspannt sich die Sehne und man kann sie wechseln oder z.B. das Peep einsetzen. Drückt man die Kabel in Richtung Mittelteil und steckt die Carbonstäbe durch die Cams INNERHALB der Wurfarme, entspannen sich die Kabel und man kann sie wechseln oder durch ein-/ausdrehen tunen. Eine sehr gute Idee! |
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Griff
Was soll ich dazu sagen?
Absolut erste Sahne! Man geht mit der Hand in den Griff und fühlt sich zu Hause. Dazu kann man ALPINE nur gratulieren.
Der Winkel ist optimal. Die Breite des Griffes passt.
Geformt aus einem Stück Rosenholz, sieht er auch noch Klasse aus. |
Auszug 
Nun ja, 70# eben. Aber nicht so schlimm, wie ich erwartet hatte. Amerikanische Schützen bezeichnen diesen Auszug als "smooth". Er zieht sich nicht so harsch wie andere Binary Systeme. Dafür ist er natürlich auch kein Speed-Dämon. Trotzdem, langsam ist er auch nicht. Ich habe ihn mit zwei unterschiedlichen Pfeilgewichten getestet. Bei meinem Auszug von 27,5 Zoll und einem Pfeil mit 350gr. (Victory V-Force HV 340) geht der Pfeil mit 304 fps durch den Chrony. Bei 440gr. (ST Excel 340) sind es immerhin noch 277 fps. Hochgerechnet heißt das, der Bogen bringt seine angegebene IBO von 328 fps. (350gr. Pfeil bei 30 Zoll Auszug.)
(Noch einmal: Es gibt ihn auch in 60# und unter anderem Namen auch in 40#, 50# und in den Target Farben, ROT und Schwarz.)
Schießen
Der Silverado ist gutmütig! Trotz seiner sehr kurzen ATA und einer heute recht normalen Standhöhe von 7,25 Zoll ist er nicht zickig.
Sehr ruhig im Abschuss, keine bemerkbaren Vibrationen und durch die parallele Bauweise keinerlei Handschock.
Mit ein wenig French tuning habe ich Center Schuss und Visier schnell eingestellt. Mit Pin Visier (Viper Pro2000), einer 60iger Feldauflage und auf 30 Meter sitzt die Gruppe schön in der 6. Auch die ersten Ermüdungserscheinungen von den, doch sehr ungewohnten, 70#, nimmt er noch nicht übel. Erst als so nach 50 Schuss das Zittern doch sehr stark wird, weitet sich die Gruppe auf.
DAS liegt aber eindeutig am Schützen, nicht am Bogen.
So gibt es ihn:
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Achse zu Achse
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31,25"
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Auszugslänge
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27" - 30" (1/2" Mod.)
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Let-off
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65% - 80%
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Zuggewicht
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60# / 70#
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Standhöhe
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7,25"
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Gewicht
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4,2 lbs.
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IBO
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328 fps
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Fazit:
Ein sehr guter, verlässlicher Jagd- / 3-D Bogen. Ein Arbeitspferd! Gutmütig und ruhig aber sehr stark! Extrem stark auch das Preis-/Leistungsverhältnis:
Der Silverado ohne Zubehör kommt für 648,- Euro.
Das ist für einen Bogen dieser Leistungsklasse sehr preiswert!
Tipp:
Eine sehr gute Alternative zu den sonstigen bekannten und weit teureren Marken!
Wer ihn haben möchte, email an mich!
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Hier der Kommentar eines Schützen, der letzte Woche den SILVERADO
bei mir geschossen hat:
Ich bin mit Sicherheit nicht dazu geeignet Testberichte zu schreiben,
zumal ich mit dem Silverado nur 3 Schuss gemacht habe, aber ich will euch
meine Eindrücke nicht vorenthalten....
Freitag Nachmittag, 16 MEZ, Ankuft bei seiner compoundness himself...
Großes Hallo, Kaffee, Kippe, setzen reden....
Und dann erblickte ich ihn... Alpine Silverado...
Mir gefiel er ja auf den Bildern schon... er hat halt was Ungewohntes, aber
nichts desto trotz Schönes... Und dann sagt Metrodix ich soll ihn doch mal in
die Hand nehmen...
Also gut, nehmen wir ihn vom Haken und versuchen wirs... Fühlt sich gut an ...
fühlt sich, sagen wir gewichtig an... was mir sofort auffiel und da kann ich die
Worte von Metrodix nur bestätigen...
Der Griff: Erste Sahne, die Hand findet irgendwie von selbst ihre Position, es
fühlt sich einfach richtig an, man fühlt sich zu Hause...
Nachdem Metrodix meinen XLR eingestellt hatte ging es auf die hauseigene
Shootingrange bis 30 m im wild-romantischen Obstgarten...
Und dann war es soweit... Metrodix reicht mir den Silverado...
Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, der XLR ist das Non-Plus-Ultra aller
Bögen die ich in der Hand hatte... die Auszugscharakteristik ist schon sehr
speziell... nicht unangenehm, aber man muss investieren was man zurückerhalten will
.... no pain no gain... hart aber gut...
Im Vergleich dazu hatte ich beim Silverado ein anderes Gefühl. nicht besser
oder schlechter, schlicht anders...
Gut, 70 lbs mit 60 lbs zu vergleichen ist etwas schwammig, aber auch hier,
für mich noch machbar... nicht auf Dauer aber für die drei Schuss die ich
machen durfte wars fantastisch. Einmal mit dem Auszug begonnen weiss
man, hier kommt was bei rum... der Silverado zieht sich, für mein Gefühl
ausgesprochen sanft, fast gutmütig, wenn man bedenkt das man 70lbs nach
hinten wuchten muss... und dann steht man einfach... kein wackeln, kein
Gesuche ob der Griff passt... kein ewiges zerren bis der Schuss bricht... ein
stimmiges Gefühl...
Rückenspannung.... ein leises twäng der Sehne, das wars ....
Bis zu dem lauten PLOPP das der Pfeil macht, Sekundenbruchteile nachdem
er den Bogen verlassen hat...
Mit dem zugehörigen Stabi kippt der Bogen sanft aber nicht zu langsam nach
vorne... JEPP... sehr fein...
Wie gesagt das ist nur mein Gefühl, ich hab keine Ahnung, kann mich nur auf
das verlassen was ich gefühlt habe, aber alles in allem ein feines Stück Bogen...
Meine Worte zum XLR versuch ich zu finden wenn ich die ersten 100 Pfeile weg habe...
DANKE METRODIX, dafür und für alles andere...
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