Compound Target-, Feld-, 3-D Visier:
NAVIGATOR von OK Archery
Ja, wer "Masters" schießt, weiß was ich mit "Made in Germany" meine. Es ist schon einige Jährchen her, da hatte die deutsche Feinmechanik weltweit einen Ruf wie Donnerhall! Nun, lang ist's her. Oder?
Ich muss wohl keinem deutschen Compoundschützen erklären wer oder was "OK-Archery" ist.
Dieser "kleine" Familienbetrieb aus Baden-Württemberg hat sich in den letzten Jahren nicht nur in Deutschland einen sehr guten Ruf erarbeitet. Rudolf Okupniak hatte allerdings immer schon den Anspruch, nicht nur Bögen zu bauen, sondern legt seinen Ehrgeiz auch darein, eine komplette Produktlinie anzubieten. Dazu gehören Stabilisatoren (The Better One), komplexe Pfeilauflagen (Tuner Block) und eben auch Visiere. Bei einem Telefonat mit dem Compoundschützen Hans Pfeffer erfuhr ich vom "neuesten Baby" aus dem Hause OK.
Nachdem Hans Pfeffer mir von den technischen Merkmalen des Visieres erzählt hatte, sagte ich ihm, ein Test mit der Schießmaschine wäre recht interessant. Dies Gespräch war vor ca. 2 Wochen.
Vor einer Woche kam die Post und im Päckchen das neue Visier von OK-Archery. Das "NAVIGATOR"!
Als erstes fiel mir der seltsame Scope-Träger auf und im ersten Moment dachte ich: "Oops, ein Konstruktionsfehler." :-)
Weit gefehlt. Hinter der Anordnung des Kopfes verbirgt sich eine sehr durchdachte Konstruktion. Doch davon später mehr.
Zunächst nahm ich das Visier in Augenschein. Auf den ersten Blick fiel nicht viel Ungewöhnliches auf. Doch bei näherem Hinschauen und vor allem, NACHMESSEN, hielt ich ein Stück hochpräziser Feinmechanik in den Händen.
CNC gefräst aus hochfestem und sehr zähem Aluminium. Durch die Möglichkeit, die 3. Achse zu verstellen, ist dieses Viiser nicht nur für FITA, sondern auch für Feld- und 3-D Schützen hervorragend geeignet.
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Was sofort auffällt, die Grundplatte ist NICHT aus Alu, sondern aus einem hochfesten, schwarzen Kunststoff. Dafür gibt es zwei gute Gründe. Der erste Grund, ein Mechanischer, hier werden nochmals Vibrationen des Bogens abgedämpft und können sich nicht auf das Visier und, noch wichtiger, nicht auf die Scope-Gewindestange übertragen. Der zweite, kosmetische, Grund: Wer kennt sie nicht, die schwarzen Stellen auf dem Bogen, wenn man die Grundplatte löst? Die sogenannte "Kontakt-Korrosion". Man kriegt diese Flecken nicht mehr weg, sieht hässlich aus und senkt den Wiederverkaufswert des Bogens. |
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Die Innenseite des Auslegers ist "Schwalbenschwanz" ähnlich ausgefräst. Die Grundplatte hat den passenden Zapfen und dadurch wird das Viser "bombenfest" gehalten, ohne dass man die Schraube mit Gewalt andrehen muss! |
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| Wie schon angedeutet, Verstellmöglichkeit für die 3. Achse. Nicht nur Feld-, auch FITA Schützen wissen sowas inzwischen zu schätzen. Durch den hohen Winkel bei 90 Meter, kann das schon ein gutes Argument für dieses Vsier sein. | ![]() |
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Hier sind wir nun wirklich beim Thema Feinmechanik. Allererste Qualität! Sowohl bei der Höhen, als auch bei der Seitenverstellung: Bei jedem Klick passiert tatsächlich etwas. Der Schütze kann sich darauf verlassen, dass er nicht erstmal auf "Verdacht" 4-5 mal "klicken" muss, bevor sich am Visier etwas bewegt. Natürlich gibt es auch eine Schnellverstellung. Den goldenen Knopf drücken, die Sperre ist überwunden und einfach rauf oder runter schieben. |
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Ebenfalls sehr gut gemacht: Die Scope-Aufnahme. Die Knebelschraube leicht lösen, die Seitenabweichung einstellen und wieder fest drehen. Fertig. Das Scope selber einfach durch die Messinghülse stecken, mit einer M-5 Schraube festdrehen und auch das Thema ist erledigt. |
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Ach ja, die Knebelschraube. |
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Ab auf den Platz.
Sehr leichtes Handling. Einstellen der Entfernungen und der Seiteneinstellung ohne ein einziges Problem.
Absolut exakte Klick-Rasterung! Angenehmes Gewicht und vor allem: Ich kann das Viesier ohne Problem am Bogen lassen, wenn ich ihn in den Koffer packe! Den Knebel lösen, Kopf drehen und rein damit in den Koffer. SEHR schön!
Hier die technischen Daten:
• Vertikalschiene mit zweifacher Prismenflachführung
• Vertikale und horizontale Klick-Feinverstellung
vertikal = 5/100 mm pro Klick
horizontal = 7/100 mm pro Klick
• vertikale Gewindestange in Kunststoffgleitlagern eingebettet
• Visier-Schlitten mit Kunststoffgleitlagern geführt - ohne Werkzeug wechselbar
• Zusätzliche Klemmung für absolute Spielfreiheit
• Gesamtgewicht: ca. 290 g bei Auslegerlänge 8“ und Vertikalschienenlänge 4“
• Halteplatte aus GfK
Fazit:
Exzellente Qualität!
Mein Vorschlag an die Firma OK-Archery, an Herrn Okupniak:
"Machen Sie es wie die Amerikaner! Lassen Sie in den Ausleger groß einfräsen:
MADE IN GERMANY!
Sie können stolz sein auf dieses exzellente Stück deutscher Feinmechanik!"
Top-Tipp!
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Das "NAVIGATOR" ist in schwarz und |
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Zusätzlicher Bericht von Hans Pfeffer:
Zur Vorgeschichte: Ich schieße das alte OK-Visier mittlerweile seit 5 Jahren und hatte nie Probleme damit. Einzig die Höhenverstellung hat mich immer etwas gestört. Eine Rasterung hätte ich mir schon gewünscht. Ich wusste seit einigen Monaten, dass ein neues Visier in der Planung ist und war sehr gespannt.
Nun ist es endlich da.
Also los und das Visier montiert.
Der erste Eindruck: Perfekte Verarbeitung, optisch ansprechend und stabil. Eine sehr schöne Eigenschaft des Visiers: Sowohl die Höhen- als auch die Seitenverstellung sind völlig spielfrei. Andere, auch teurere Visiere konnte ich ausgemessen und festgestellen, daß gerade bei der Höhenverstellung einige Klicks "ins Leere" gehen. Dies geschieht immer dann, wenn man in eine Richtung gestellt hat und dann wieder in die Gegenrichtung muß. Einmal richtig justiert, kann man es eigentlich vergessen. Auch die dritte Achse ist schnell eingestellt. Man muß nichts mehr nachstellen oder festziehen. Die Schrauben sitzen bombenfest.
Einige Schützen beschweren sich über die zusätzliche Klemmung, aber wer einmal ein lockeres Visier geschossen hat, wird darüber glücklich sein. Die Klemmung lässt sich butterweich lösen und die Schnellverstellung des Schlittens ist sehr leichtgängig.
Ein toller Nebeneffekt!
Das Visier kann, ohne den Schlitten ganz abzunehmen, im Koffer verstaut werden. Einfach die Klemmschraube einige Umdrehungen lösen und den kompletten Schlitten mit Scope um 90° schwenken und das ganze Ding liegt flach.
Als Fazit möchte ich feststellen, dass sich OK wieder ein schönes und stabiles Visier hat einfallen lassen. Die Fortschritte gegenüber der alten Version sind nicht nur optischer Natur, sondern auch in der Technik erkennbar.
Die Preise liegen für das Compoundvisier zwischen 265 (Standardausleger) und 285 Euro (Ausleger mit dritter Achse). Ein Recurveauführung ist mittlerweile auch erhältlich. Der Preis liegt bei 265 Euro.
Hans Pfeffer
Compoundschütze, Deutscher Meister










