Die 10 häufigsten Fehler beim Compound schießen!
1. Stand
Kein sicherer und guter Stand, kein sicherer und guter Schuss! Eigentlich ist das
eine Selbstverständlichkeit. Doch schaut man mal bei einem Wettkampf die
Schießlinie entlang, sieht man zum Teil die abenteuerlichsten Bilder. Die Ursachen
dafür sind zum einen, dass der Schütze sich zu wenig Zeit nimmt, seinen Stand
optimal aufzubauen. Zum Anderen ist dem Schützen die Wichtigkeit des Standes
nicht klar. Und zum Dritten wählen viele Schützen einen suboptimalen Stand.
Der Stand ist der Beginn des Schusses. Diese Weisheitmuss nicht erst betont
werden. Ein falscher Stand kann bereits die Ursache für einenschlechten Schuss
oder sogar einen Fehlschuss sein. Zumeinen kann es sein, dass mansich zu wenig
Zeit nimmt – vor allem im Gelände – den optimalen Stand einzunehmen,
zum anderen kann es aber auch sein, dass man einen falschen, eigentlich
nicht beabsichtigten Stand, wählt.
Ungünstige Varianten:
Ein Extrem offener Stand.
Ein Extrem geschlossener Stand
Oft hört man das Argument: Der Stil muss zu einem selbst passen.
Das ist wohl richtig, aber trotzdem gibt es Varianten,die nicht optimal sind.
Sind die Beine geschlossen, ist man instabil. Bereits bei eine leichte Störung
kann dabei das Gleichgewicht verlieren. Ist der Stand extrem geschlossen,
kann der Schütze kaum die Sehne vom Bogenarm weg halten. Viele denken
auch, so wie sie gerade stehen, wird es schon klappen. Wer seinen Stand
nicht jedesmal wiederholt, wird auch keine wiederholten Treffer haben.

2. Bogenhand
Das Geheimnis einer hohen Treffsicherheit ist die Wiederholbarkeit der Abläufe.
Hier ist zu allererst die Hand im Griff zu nennen. Man sollte eine einfache,
leicht zu wiederholende Handhaltung entwickeln.
Mit anderen Worten, wenn man will, dass die Pfeile immer den gleichen Punkt
treffen, MUSS die Hand immer an der gleichen Stelle im Griff sein.
Wird die Hand unterschiedlich auf der vertikalen Linie bewegt, also
unterschiedlicher Druck oben und unten im Griff, wird man Hoch/Tief
Schüsse haben. Rutscht man auf der horizontalen Linie im Griff, bekommt
man Rechts/Links Schüsse. Der Daumenballen sollte die Referenz für den Griff sein.
Es ist wie mit einem kleinen Vogel in der Hand. Hält man ihn zu fest, erstickt er.
Hält man ihn zu locker, fliegt er davon. Hat der Bogen einen dicken Holz- oder
Kunststoffgriff, sollte man ihn abschrauben und durch einen schmaleren
ersetzen. Oder vom blanken Metall schießen.

3. Ellenbogen
Immer wieder sieht man Schützinnen und Schützen mit einem verriegelten
oder sogar extrem überstrecktem Ellenbogen. Natürlich soll der Bogenarm
gerade sein, aber ein durchgedrückter und/oder überstreckter Ellenbogen
kann erhebliche Probleme bringen. Vor Allem gesundheitliche Probleme.
Ein überstreckter Ellenbogen im Bogenarm führt sehr häufig zu ener sehr
schmerzhaften Schleimbeutelentzündung.
Ab und zu führt es sogar dazu, dass der Schütze sein schönes Hobby ganz
aufgeben muss. Das wäre doch schade!

4. Schulter - Bogenarm
Ein sehr häufig zu sehendes Bild, ist die hoch gezogene Schulter.
Zusammen mit der Rücklage (der Schütze lehnt sich nach hinten)
ist das in der Regel ein deutlicher Indikator für einen zu
langen Auszug. Schießt man zu lange so und wird dann die Auszugslänge
korrigiert, wird dieser Fehler nicht automatisch verschwinden.
Es muss dann mühsam abtrainiert werden.

5. Auszug zu kurz
Wenn der Auszug zu kurz ist, wird es schwieriger die Referenzpunkte zu finden.
Im Vollauszug findet man keinen stabilen Anker. Ohne physischen Kontakt zu den
Referenzpunkten ist es schwierig ruhig zu stehen und wiederholbare Schüsse zu machen. Auch ist das Peep zu weit entfernt. Der zu kurzen Auszug wird in der Regel ausgeglichen in dem man sich mehr zur Sehne lehnst, und/oder den Bogenarm zu viel biegt. Meist verkleinern diese Schützen auch noch ihren Stand und bringen die Füße zu eng zusammen. Der Bogen wird nach rechts verdreht und der Kopf zur Seite gelegt.

6. Auszug zu lang
Ist der Auszug zu lang, bringt das andere Probleme. Das Peep ist zu nah am Auge
und die Referenzpunkte verschwimmen. Der Stand wird zu weit geöffnet, der Bogen
wird nach links verdreht und der Schütze lehnt sich zurück. Dadurch wird der
Bogenarm auch in den Weg der Sehne gedrückt und schlägt beim Schuss an.
Mit der richtigen Auzugslänge und einem guten Stil, wird die Sehne nie am Arm anschlagen.

7. Ankerpunkt
Eine "richtig" eingestellte Auzugslänge hilft die "Referenzpunkte" im Vollauszug zu
entwickeln. Und diese Punkte sind die Schlüsselelemente für genaues Schießen.
Im Vollauszug muss man Kontaktpunkte zwischen dem Schützen und dem Bogen
herstellen! Es müssen IMMER die gleichen Punkte sein wenn man den Bogen spannt.
Nur dann hat man auf Dauer auch einen wiederholbaren Ankerpunkt. Und das ist
eine der wichtigsten Sachen in unserem Sport. Wenn der Ankerpunkt nicht bei
JEDEM Schuss gleich ist, wird man niemals akzeptable Gruppen schießen.

8. Punchen (Abzug drücken)
Eines der wichtigsten, aber auch störanfälligsten Aspekte eines guten Schießstiles
ist das Lösen. Auch mit einem Release. Egal was, wer erzählt, den Abzug eines
Release zu drücken, wie z.B. den Abzug eines Gewehres, ist nicht korrekt!
Dies mag für den Anfänger noch verzeihlich sein, spätestens nach ca. einem
Jahr, sollte das weg sein. Über 90% aller Schützen, die das versuchen,
enden damit, dass sie den Abzug durchreißen.
Ein gutes lösen muss völlig unterbewusst geschehen.
Der Abzug muss so dicht wie möglich an die Daumenwurzel. Ist man im Vollauszug,
leicht auf den Abzug drücken, bis der Druckpunkt da ist. Druck nach vorn auf den
Bogen erhöhen und gleichzeitig den Zug nach hinten. Der Daumen selbst bewegt
sich in Relation zur Hand nicht, wird aber trotzdem den Schuss innerhalb der
nächsten Sekunden auslösen.

9. Ellenbogen Zugarm
Immer wieder fällt bei Schützen auf, dass sie ihren Zugarm nicht in eine Linie mit
dem Pfeil bringen. Dieser Fehler ist sehr schwer alleine zu korrigieren. Hier sollte
ein Trainer oder erfahrener Schütze Hilfestellung geben und den Schützen darauf hin weisen.
In dieser Stellung kann der Zugarm nicht gerade nach hinten gehen beim lösen.
Das wird automatisch Seitenstreuung in der Gruppierung geben.

10. Körperhaltung
Es ist oft und in vielen Publikationen über das "T" geredet und geschrieben worden.
Im Vollauszug soll der Körper des Schützen ein "T" darstellen. Der Körper selber
bildet die Senkrechte und die Arme den Querstrich. Sobald man aber einen
Schützen sieht, der Bergauf oder Bergab schießt, fällt oft auf, der Schütze
hat das "T" verlassen. Bei Bergauf Schüssen hebt er nur den Bogenarm an.
Dadurch verkürzt sich der Abstand zwischen Bogenhand und Releasehand
und der Ankerpunkt kann nicht mehr korrekt sitzen.
Bei Bergab Schüssen verlängert sich dieser Abstand. Schießt der Schütze
Bergauf oder Bergab, sollte er waagerecht in den Auszug gehen und dann
nach oben oder unter in der Hüfte abknicken. Dadurch bleibt das "T" erhalten
und der Abstand zwischen Bogenhand und Releasehand bleibt gleich.



