Überblick: Trainiere um zu gewinnen!
Zuerst: Bogensportlern wird erzählt - trainiere hart und, mit viel Fleiß, wirst Du ein guter Schütze. So, wie trainierst Du zur Zeit? Welche Aspekte sind involviert? Wie erreichst Du Deine Ziele?
Talentierten Anfängern gebe ich gerne folgenden Rat: Suche die besten Schützen, stehle ihre Technik, ihre Trainingspläne. Studiere die Champions, lausche und beobachte. Hast Du herausgefunden was sie machen, kopiere sie schamlos! Hinterher, wenn Du ein gewisses Maß an Fähigkeit und Kompetenz erreicht hast, höre auf andere zu kopieren und passe das Training und Deine Fähigkeiten an Deinen einzigartigen Stil an. Zum Beispiel: Lerne den sauberen, Lehrbuch-Stil und dann (später) modifiziere ihn so, dass es genau zu DIR passt. Erst kopieren, dann kreieren.
Deutschland ist eigentlich nicht so groß, aber ich beobachte seit Jahren, dass die Schützen und Trainer doch sehr isoliert arbeiten. Willst Du mal zu einem anderen Trainer, sofort stolperst Du in die Falle der "Vereinszugehörigkeit". Also, lies was immer Du kriegen kannst über unseren Sport. (Deswegen bist Du ja wohl auch jetzt hier.) Auch wenn es in deutscher Sprache fast nichts gibt. Mir selbst sind nur 3-4 gute Bücher in deutsch bekannt. Der Rest ist Bla-Bla.
Warnung: Auf meinen Seiten findest Du Dinge, zu denen einige Leute ganz andere Meinungen haben. Sollen sie. Aber vielleicht denkst Du mal darüber nach, warum es deren "fundiertes Fachwissen" nirgendwo zu lesen gibt. In keinem Buch, auf keiner Webseite. Nun, die Erfahrungen eines jeden sind einzigartig. Ratschläge und Methoden die einem XXX helfen, müssen Dir noch lange nicht nützlich sein. Weiterhin, einige Empfehlungen sind SEHR hart und können zu Entzündungen und Schmerzen führen! Sei vorsichtig bei jedem Aspekt Deines Trainings und falls Du unsicher bist, check es mit Deinem Trainer oder mit Deinem Hausarzt ab bevor Du beginnst. Höre auf Deinen Schmerz: Dein Körper sagt Dir, dass da was falsch läuft. Achte auch darauf, dass Du nicht übertrainierst. Zuviel, auch von einer guten Sache, kann dazu führen, dass Du *ausbrennst* (Burn out) sowohl körperlich als auch geistig.
Zuletzt: Dies alles sind meine Erfahrungen und die Erfahrungen von Schützen und Trainern, mit denen ich in persönlichem Kontakt stehe. Zumindest brieflich oder via email. Es gibt hier KEINE wissenschaftlichen Daten, die beweisen sollen, dass eine bestimmte Trainingsmethode einer anderen überlegen ist. Nichtsdestoweniger, solange es keine definitiv ultimative Methode gibt, zieht sich durch alle Artikel als roter Faden, dass die beschriebenen Techniken die sind, die weltweit von den Spitzenschützen benutzt werden.
Erster Hinweis:
"Champions machen es sich im Training schwer und im Wettkampf leicht.
Alle Anderen machen es genau anders herum!"
Das ist die Umschreibung für etwas, das mir Rick McKinney einmal schrieb. Es sollte sich fest in Dein Gehirn eingraben! Es ist die Basis für Dein Training, wenn Du trainierst um zu gewinnen. Unabhängig davon, welchen Level der Wettkampf hat. Das bedeutet:
Erstens: Nimm Dein Training ernst. (Auch wenn Du Spaß hast, dabei.) Ein oder zwei Stunden Training in den Wochen vor dem Wettkampf sind ein wenig "suboptimal"! Du must Zeit und Energie regelmäßig investieren um Deine Ziele zu erreichen. Bleib diszipliniert!
Weiterhin: Wenn Du trainierst, sei 100%ig auf Dein Training konzentriert! Mit Deinen Kumpels auf dem Platz rum quatschen anstatt zu schießen, hilft Dir nicht Deine Technik zu verbessern. Nimm Dir Zeit für Deine Freunde, aber wache "eifersüchtig" über Deine Trainingszeit!
Beim Wettkampf: Versuche gar nicht erst gewisse Dinge mit Gewalt zu forcieren. Erlaube Deiner Technik zu fließen. Lass es geschehen. Vertraue Deinem Training. Lass all die harte Arbeit Deines Trainings im Wettkampf durch Dich durch fließen. Belohne Dich selbst mit einer exczellenten Form und einer "Erste Sahne-Technik".
Lerne die Grundlagen und verinnerliche sie. Wenn Du nicht konsequent 10er schießen kannst (auf DEINEM Schießplatz ohne Wettkampfdruck) stehen die Chancen bei einem wichtigen Wettkampf recht schlecht für Dich. Ähnlich: Wenn Du die 10er ohne Zeitbegrenzung nicht schießen kannst, brauchst Du auch nicht versuchen fünf 10er in zehn Sekunden zu schießen. Mein Rat hier: Lerne wie Du eine 10 schießt. Dann wiederhole es, wieder und immer wieder! Möglicherweise erreichst Du mal den Punkt, an dem Deine gute Technik unterbewusst wird. Du denkst nicht mehr daran wie Du löst: Du tust es einfach. DAS ist das Ziel auf Deinem Weg, aber jetzt bildest Du erst mal das Fundament durch Konzentration auf die Grundsätze.
Durch Wiederholungen lernen und verfeinern wir unsere Fähigkeiten. Es gibt Untersuchungen, die belegen, Du musst Bewegungsabläufe mindestens drei mal in der Woche über einen längeren Zeitraum wiederholen um sie zu automatisieren. Trainierst Du ein oder zweimal in der Woche wirst Du vielleicht Deinen Level aufrecht erhalten, aber eine Verbesserung wird nur sehr schwer möglich sein. Top-Schützen trainieren 5-6 mal in der Woche, wenn sie sich auf einen großen Wettkampf zu bewegen. Jede Trainingseinheit wird gleich intensiv sein, aber die Dauer zwischen 2 und 6 Stunden liegen. Beginne mit regulärem Training 2 mal in der Woche und geh von da aus auf einen Trainingskurs, der Dich über das ganze Jahr bringt.
Es ist ähnlich, rauf zur Spitze dauert seine Zeit. David Cousin sagte mal, es dauert 5-6 Jahre um international starten zu können. Dieses Statement setzt aber voraus, dass Du hart daran arbeitest. VON NICHTS, KOMMT NICHT! Ich weiß, wir leben in einer Zeit, in der man die Belohnung für Mühe, sofort und direkt will. Beim Bogenschießen ist es einfach so:
"Geh raus auf den Platz, schufte wie ein Pferd über eine lange Zeit.
Die Belohnung kommt irgendwann. Oder auch nicht."
Gold-Medaillen haben einen sehr hohen Preis:
Zeit, Energie und persönliche Verpflichtung!
Gesunder Muskeltonus, körperliche Ausdauer und allgemeine Fitness sind extrem wichtig für unseren Sport. Ja klar, es gibt ein paar Ausnahme-Stars, die zugeben, dass sie völlig ausser Form sind, selten laufen oder Rad fahren, in den Pausen von internationalen Wettkämpfen Zigaretten rauchen.
Beachte - Ich schreibe hier keine Namen - um die Schuldigen zu schützen. :-)
Wie immer, Ausnahmen bestätigen die Regel. Warum die Sache für Dich härter machen als nötig? Durch leichtes, körperliches Training, (Fitness-Center, laufen, walking, Rad fahren, Rollschuh, Fußball, etc.) bist Du in besserer Form. Dadurch kannst Du mit der Belastung Deines Trainings und der Wettkämpfe besser umgehen - körperlich und mental. Vielleicht lebst Du dadurch auch länger. Heißt, mehr Jahre zum schießen. Wie sollte das falsch sein?
Nebensatz: Während Du Dich damit fit hälst, kannst Du Deinen nicht schießenden Partner (Ehefrau/Freundin/Ehemann/Freund) mit einbinden. Damit sie sich besser an Dein Gesicht erinnern, weil Du ja sonst nur auf dem Trainingsplatz oder zu Wettkämpfen bist. :-)) Bindest Du andere Menschen in Dein Training mit ein, werden evtl. Widerstände kleiner werden.
Jeder Top-Schütze hat ein mentales Konzept, das Stress-Management, Konzentration, Strategie, Taktik, usw. beinhaltet. Fange jetzt an und mach einen "Spitzen-Start". (Wortspiel beabsichtigt.) :-)
Mache einen Plan für ein ganzes Jahr. Inhalt: Technik, Mental, Körperlich, Strategie. Nur dadurch wirst Du ein gut durchtrainierter Schütze und fähig zu gewinnen.
Konzentration auf Deinen Schießstil ist wichtiger als Konzentration auf Dein Ergebnis! Mach Dir nie Sorgen über Ringzahlen, weder im Training noch im Wettkampf. Du musst lernen wie Du Deine Pfeile gruppierst. Vorzugsweise in der Mitte der Scheibe. Wenn Du daran denkst Deinen persönliche Rekord zu brechen oder an die Qualifikation für den nächsten Wettkampf, denkst Du leider nicht an das, was im Moment nötig ist um gut zu schießen. Alles was außerhalb Deines Schießstiles (Technik) ist, ist kontraproduktiv und schadet Deinem Schuss!
Oder, manche Schütze versuchen ihr Bewusstsein unter Kontrolle zu halten. Sie benutzen "Schlüsselwörter" wie: *sanft* wenn sie das Release drücken. Manche denken: *Center* wenn sie zielen. Sie wollen sich durch nichts ablenken lassen und diese Schlüsselwörter helfen dabei. Es verhindert ebenso negatives Selbstgespräch. Manche singen in Gedanken. Auch dies blockiert die Beschäftigung mit Störungen.
Diese Lieder und Worte sind "Werkzeuge" um die schädlichen, inneren Störungen völlig auszumerzen.


