Trainings-Ergebnisse im Wettkampf!
Wie man seine Trainingsergebnisse im Wettkampf bringt.
Viele Schützen haben an einer bestimmten Stelle ihrer Entwicklung das gleiche Problem. Die Meisten erkennen das Problem wenn ihnen klar wird, dass sie im Training Ergebnisse schießen mit denen sie gewinnen könnten, aber nicht in der Lage sind, das im Wettkampf zu wiederholen. Andere wiederum erkennen das Problem nicht und schießen weiter diese unterschiedlichen Ergebnisse. Das ist der Unterschied zwischen "gewinnen" und "mit schießen".
"Einfrieren" (freezing) und "Abzug reißen" (trigger punching) sind z.B. Symptome für dieses Problem. Manchmal ist es sehr akut und machmal ist es so *mild*, dass man es kaum merkt, bis man daneben schießt. Manche Schützen fühlen "den Druck", werden etwas heftig am Abzug oder schlafen beim zielen fast ein und schießen daneben. Aber auch wenn es sich in unterschiedlichster Weise zeigt, es ist immer das gleiche Problem.
Was passiert hier eigentlich?
Du bist bei einem großen und/oder wichtigen Wettkampf und Du näherst Dich der Schießlinie mit einer völlig anderen Geisteshaltung. Du versuchst besonders vorsichtig und sorgfälltig zu sein. Dieses "extra vorsichtig sein" ist es, was Dich in Schwierigkeiten bringt. Du "über-korrigierst" und "über-kontrollierst" den Schuss. Wenn Du im Training bist, stehst Du auf, gehst an die Linie und schießt einfach die Ergebnisse von denen Du weißt, dass Du sie schießen kannst. Du bist nicht über-vorsichtig und über-kontrollierst nicht, weil es nicht so wichtig ist, wenn Du daneben schießt. Du kommst viel leichter in "fluss" und kannst das auch durch eine ganze Trainings-Session durch halten. Stellst Du aber z.B. fest, Du bist gerade auf dem Weg einen persönlichen Rekord zu schießen oder Dein Ergebnis ist besonders hoch zu dem Punkt, steigt die Tendenz zum "einfrieren" oder Du wirst über-vorsichtig; denn auf einmal gibt es einen negativen "Preis" fürs daneben schießen. Manchmal kannst Du das ausblenden, aber meistens endet das mit denselben alten Ringzahlen wie immer. Du MUSST heraus finden, wo der Unterschied vom Training zum Wettkampf liegt!
"Wenn Du trainierst stehst Du auf der Linie und schießt das Ergebnis von dem Du weißt, dass Du es schießen kannst. Du bist nicht vorsichtig oder überkontrollierst, weil es egal ist. Es gibt keinen "Preis" für nicht treffen."
In den meisten Fällen ist es der "empfundene", der "geistige" Preis den Du zahlst, wenn Du daneben schießt. Dieser "Preis" macht aus dem Wettkampf eine "Leben oder Tod" Situation. Du legst einen ungeheuren Druck auf Dich selbst! Druck bewirkt bei Dir, Du verkrampfst. Dein Finger/Daumen liegt zu leicht auf dem Abzug, aus Angst einen Fehler zu machen. Das wiederum verlangsamt und ändert Deinen Schießrhythmus und dadurch bist Du anfällig für Fehler. Du schießt den ganzen Wettkampf ängstlich und verkrampft durch.
Im Training oder wenn Du mit Leuten schießt von denen Du weißt dass sie Dich nicht schlagen können, bist Du kühn, furchtlos und locker. Du findest Deinen "fluss", Deine "Komfort-Zone" und ziehst das locker bis zum Ende durch.
Wenn Du unsicher bist ob Du gewinnst, wirst Du ängstlich und verkrampft.
Das "Geheimnis" ist einfach:
Du musst "los lassen" und erlauben, dass das Ergebnis einfach kommt. In einem Trainigs-Wettkampf denkst Du nicht an Deinen Schießstil oder machst Dir überhaupt über etwas Sorgen. Du machst es einfach! Nicht über-kontrolliert, nicht über-vorsichtig, Du läßt einfach Dein Unterbewußtsein den Schuss ausführen.
Sei mutig und selbstsicher! Drücke den Abzug langsam und mit Kraft! Zieh den ganzen Schuss durch, mit Energie und Zuversicht! Wenn Du fühlst, dass Du unsicher und ängstlich wirst: Absetzen! Erinnere Dich selber daran, was es für ein tolles Gefühl ist wenn Du standhaft, kraftvoll und selbstsicher bist. Neuer Auszug, zielen, lösen!
"Du musst "los lassen" und erlauben, dass das Ergebnis einfach kommt. In einem Trainigs-Wettkampf denkst Du nicht an Deinen Schießstil oder machst Dir überhaupt über etwas Sorgen. Du machst es einfach!"
Klingt einfach, oder?
Du kannst Dir diese neue, geistige Einstellung auf auf zwei Wegen selber beibringen.
1. Du kannst es machen wie ich und in den nächsten 10 Jahren soviel Wettkämpfe verlieren bist Du wirklich nicht mehr weißt wie das Ergebnis aussehen wird. Nachdem Du so viele Wettkämpfe verloren hast, ist es keine große Sache mehr und Du nimmst es nicht mehr persönlich! Du gehst nach dem Wettkampf nach Hause und denkst vielleicht: "Na, mal sehen, vielleicht nächstes Jahr...." Du willst nur nach Deine Wettkämpfe "mit schießen" und erwartest nicht mehr zu gewinnen. Und plötzlich, auf wundersame Weise, gewinnst Du!
(So, ab hier sollten "gute Trainer" nicht mehr weiter lesen! Sie werden sich einen Wolf ärgern und *draußen* erzählen, was der Metrodix für einen Mist verbreitet.)
2. Du kannst Dir selber den "fluss" beibringen, Dir selber zeigen wie es sich in der "Komfort-Zone" anfühlt. Dann musst Du trainieren, "los zu lassen" und den Schuss passieren zu lassen. Entspanne Dich und nimm das Ergebnis wie es kommt! Dieses kleine Detail musst Du akzeptieren. Wenn Dein Durchschnittsergebnis nicht gearde ein "Gewinnergebnis" ist, wirst Du möglicherweise auch nicht gewinnen, aber Du kannst Deinen Durchschnitt weiter schießen und es ein "gutes" Ergebnis nennen.
Du kannst Dein Gefühl trainieren und Dir sehr positive, geistige "Rückmeldungen" holen, wenn Du komplette Wettkämpfe schießt........ auf 8 Meter!!
Ja, ja, ich weiß... jeder Blödmann verkauft Dir 8-10 Meter auf *blanke Scheibe* als "Allheilmittel". Alle diese selbst ernannten Bogensport-Experten füttern Dich mit diesem 08/15 Persönlichkeits-Müll aber haben weder die psychologischen Fähigkeiten noch die Welterfahrung, Dir irgend etwas über "Top Level"-schießen zu erzählen. Lass Dir niemals erzählen, es wäre nicht möglich, weil Du nicht die richtige Persönlichkeit hättest oder Dein Körper "nicht richtig gebaut" sei. Wenn Dir irgend jemand so einen Mist erzählen will, suche Dir einen anderen Trainer oder Mentor.
Blanke Scheibe hilft nicht. Du kannst auf die blanke Scheibe schießen... Jahre lang! Es ändert nichts! Es ist Deine "Auge - Visier - Scheibe" Kombination die das Problem verursacht, nicht Dein Release. Du musst es kombinieren.
"Das gewöhnt Dein Gehirn daran, einen sauberen, guten Schuss abzuliefern, während Dein Visier exakt im Ziel steht. Es gibt Dir ein positives, perfektes Bild wie es sich anfühlt und wie es aussieht, wenn Du der beste Schütze der Welt bist. ES BRENNT SICH IN DEIN GEHIRN EIN!"
Gehe bis auf 8 Meter an die Scheibe. Setze Deinen Bogenständer ab. Nimm eine Ergebnis-Tabelle (Schieß-Zettel) und einen Stift. Schieße einen vollen Wettkampf auf
8 Meter. Rechne das Ergebnis aus. Nimm die Auflage ab. Tue alles das, was Du bei jedem Wettkampf tun würdest, wenn Du einen persönlichen Rekord geschossen hättest. Dies gewöhnt Dein Gehirn daran einen guten, sauberen Schuss abzuliefern, während Dein Visier exakt im Ziel steht. Es gibt Dir ein positives, perfektes Bild wie es sich anfühlt und wie es aussieht, wenn Du der beste Schütze der Welt bist. Bleib für einige Wochen auf den 8 Metern. Direkt von 8 auf die 18 Meter zu gehen wäre sehr schlecht für Dich!
Bitte, tu Dir selber den Gefallen, unterdrücke und wiederstehe der Versuchung weiter weg zu gehen um zu sehen, wie es da klappt! Du musst das Bild in Dein Gehirn brennen! Nach einigen Wochen (4-6 bei 2-3 x Training in der Woche) gehe auf 12 Meter und mach das Gleiche von vorn! Wenn Du auf 12 Meter zurück gehst, wirst Du ein klein wenig mehr Bewegung im Visier feststellen. Du wirst lernen damit zu schießen, ohne Angst vor einem Fehlschuss.
Du wirst feststellen, dass Deine Schüsse kraftvoller und sauberer kommen und mit weniger Anstrengung als jemals zuvor!
Du musst Dich selber zwingen das zu tun, denn um ganz ehrlich zu sein, es ist unglaublich langweilig, aber es wirkt!


